Risiken bei Schönheitsoperationen

Die Patientin eines Chefarztes staunte nicht schlecht als sie nach der Operation er-fuhr, dass ihre Fettabsaugung nebst Bauchdeckenplastik und Narbenkorrektur gar nicht durch diesen erbracht wurde (OLG Koblenz, AZ: 5 U 1309/07). 

Eigentlich sollte der Chefarzt den Eingriff selbst vornehmen. Tatsächlich hatte sie ih-re neue Figur aber einem angestellten Arzt zu verdanken. Ihr Einwand der arglistigen Täuschung hatte Erfolg. Der Chefarzt musste das vor der Operation bereits gezahlte Honorar in Höhe von 7.765 € komplett erstatten. Sein Argument, der angestellte Kol-lege sei für Fettabsaugungen zuständig und habe den Eingriff ebenso gut durchge-führt, wie er es getan hätte, stieß bei Gericht auf Unverständnis. Anders als beim Krankenhausvertrag für medizinisch notwendige Operationen, ist die Erfüllung der ärztlichen Pflicht bei einer freiwilligen Schönheitsoperation an eine bestimmte Person gebunden, wenn dies vereinbart wurde. 

Tipp: 
Vor einer Schönheitsoperation ist jeder Arzt verpflichtet, dem Patienten das Für und Wider des Eingriffs mit allen Konsequenzen vor Augen zu führen (OLG Hamm, 3 U 263/05). Der bloße Hinweis auf die allgemeinen Gefahren einer Operation ist unzu-reichend und kann zum Verlust des Honoraranspruchs und zur Schadensersatz-pflicht führen. 

Die Praxis zeigt, dass von Ärzten in diesem sensiblen Bereich vielfach geschludert wird. Nur durch frühzeitige Beratung bei einem auf Medizinrecht spezialisierten Rechtsanwalt lassen sich die Chancen deutlich erhöhen, sich erfolgreich gegen ärztliche Fehler zur Wehr zu setzen. 

 

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