Tipps bei dem Verdacht auf ärztlichen Behandlungsfehler

Wenn einem Arzt ein Fehler unterläuft, sind die Folgen meist schwerwiegend. Das Aktionsbündnis Patientensicherheit schätzt die Dunkelziffer ärztlicher Be-handlungsfehler auf 600 000 pro Jahr (Quelle: www.bild.de). Ein Behandlungsfeh-ler liegt vor, wenn der Arzt oder die Klinik medizinische Standards verletzen, wenn also die Behandlung nicht so ist, wie sie im betreffenden Fachgebiet dem aktuellen Wissensstand entspricht. Erleidet der Patient durch den Fehler einen Schaden, kom-men Ersatzansprüche in Betracht, sofern der Patient den Ursachenzusammenhang beweisen kann. 

Zur Beweissicherung sollte der Behandlungsablauf und die eingetretenen Gesundheitsschäden durch ein Gedächtnisprotokoll und wenn möglich durch Fotos dokumentiert werden. Daten von Behandlungen und Untersuchungen, Namen und Daten etwaiger Zeugen, auftretende Beschwerden und natürlich die Namen der behandelnden Ärzte sollten notiert werden. Ratsam ist es auch Rechnun-gen, Quittungen und Belege gut aufzubewahren. Darüber hinaus kann der Patient vom Arzt Einsicht in seine Behandlungsunterlagen und die Fertigung von Kopien verlangen. Hierbei sollte man sich die Vollständigkeit und Richtigkeit der Unterlagen am besten schriftlich bestätigen lassen. 

Ausnahmsweise kehrt sich die Beweislast um, wenn ein grober Behandlungs-fehler des Arztes vorliegt. Dies ist der Fall, wenn gegen bewährte ärztliche Be-handlungsregeln oder gesicherte medizinische Erkenntnisse verstoßen und ein Feh-ler begangen wurde, der aus objektiver Sicht nicht mehr verständlich erscheint, weil er einem Arzt nicht unterlaufen darf. Wenn zum Beispiel ein suspekter Tastbefund mit Verdacht auf bösartigen Brustkrebs nicht abgeklärt wird, muss der Arzt beweisen, dass sein Fehler nicht Ursache des Schadens war. 

Tipp:
Ärzte sind nach der Berufsordnung verpflichtet, sich hinreichend gegen Haftpflichtansprüche im Rahmen ihrer beruflichen Tätigkeit zu versichern. Aus Gründen der Waffengleichheit ist Patienten für die Anmeldung von Ansprüchen fach-kundige Hilfe eines im Medizinrecht tätigen Rechtsanwaltes zu empfehlen. 

Nicht jeder Fall landet übrigens vor Gericht. Bei den zuständigen Ärztekammern gibt es Schlichtungsstellen die kostenfrei angerufen werden können. Der Schlichtungsspruch - meist nach Einholung eines medizinischen Sachverständigen-gutachtens - wird in der Regel von den Haftpflichtversicherern der Ärzte und Krankenhäuser anerkannt, so dass sich ein Gerichtsverfahren vermeiden lassen kann. 

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